Arbeiten auf ’ner Kiwifarm

Als wir auf dem Gelände von Mat und Kris angekommen sind haben wir direkt deutsche Stimmen aus der Küche gehört. Wie sich rausstellte sollten wir für die nächsten Wochen mit sieben anderen Deutschen zusammen arbeiten. So richtig viel englisch lernt man dabei nicht, allerdings sollte es dennoch eine tolle Zeit mit netten Leuten werden. Ebenso wie wir, sind die anderen frisch mit dem Abi fertig geworden und wollten mal raus aus Deutschland und dem typischen Ablauf der Dinge.

Wir arbeiten jetzt schon seit circa vier Wochen auf Kiwifarmen in Te Puke, dem Kiwifruit capital of the world. Angestellt sind wir bei Mat und Kris, aber arbeiten immer auf verschiedenen Plantagen, sogenannten „Orchards“, in der Umgebung. Vergleichbar mit Leih- oder Zeitarbeit. Mat und Kris haben uns angeboten mit unserem Van auf dem Grundstück stehen zu können, was ziemlich cool ist. So haben wir jede Nacht einen festen Schlafplatz mit Blick über die Plantage, sowie einen „Smoko-room“  mit Küche, Bad und Lounge mit Fernseher. Der Spaß kostet auch nur 10$/ Nacht. Das wir zeitweise viel zu viele Personen für den kleinen Smoko-room waren sei dahingestellt.

Wir stehen mit dem Van auf dem Gelände unseres Arbeitgebers und schlafen jede Nacht darin.
In dieser Hütte haben wir eine Küche, ein Wohnzimmer mit Fernseher und ein Bad zur Verfügung

 

Es gibt zur Zeit drei Arbeiten zu erledigen, wie wir von den anderen erfahren haben: Pollinating, Thinning und Stringing. Beim Pollinating hat man einen Tank auf den Rücken geschnallt und muss die Kiwipflanzen bestäuben. Das Ziel beim „Thinning“ ist es, die Kiwipflanze von den zu kleinen Kiwi-Knospen zu befreien, sodass die Großen mehr Platz zum wachsen haben. Bei der dritten Tätigkeit, dem Stringing stellt man an den Kiwi Reben hohe Holzpfeiler auf, an denen im 2. Schritt Stricke gespannt werden.  An den Stricken wachsen die neuen Triebe der nächsten Saison, welche bei dem sogenannten „Attaching“  um die Stricke gewickelt werden. Die hochgewachsenen Triebe werden dann später irgendwann quer über die Drähte gelegt. Ist eigentlich wie beim Weinanbau.

Glücklicherweise sind wir zu den Jungs Ben, Ollie und Henry gekommen, die die Pfosten für die Stricke aufstellen. Das ist von allen drei die entspannteste Arbeit und unser Supervisor Aaron ist richtig chillig drauf. Wir hören bei der Arbeit immer laut Musik und bei den Pausen wird nie gespart. Ab und zu wurde uns auch mal das ein oder andere Bierchen spendiert.

Pro Pfosten werden 12 Stricke im gleichen Abstand an die Drähte über den weiblichen Pflanzen gespannt. An die Stricke werden später die Triebe gewickelt. Sobald die Triebe lang genug sind werden sie von den Stricken gelöst und werden quer über die Drähte gelegt.
Wenn wir fertig sind sieht das Ergebnis dann so aus…
Junger Trieb vor dem „Attaching“
Junger Trieb nach dem „Attaching“

 

Farmarbeit ist absolut genauso wie man es sich vorstellt. Eine gewisse Abfolge von Schritten immer wieder wiederholen, wobei wir bemerkten, dass der Kopf stets eingeschaltet bleiben muss. 9 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, außer wenn es regnet. Da kommt bei 16$ Stundenlohn und den Arbeitszeiten einiges an Geld zusammen :). Im Durchschnitt haben wir ca. 45h die Woche gearbeitet! Aber ohne Fleiß, kein Preis!

An Regentagen hieß es „day off“, sprich keine Arbeit. An solchen Tagen unternahmen wir dann immer etwas. Entweder gingen wir ins Schwimmbad, machten mal ’nen DVD Abend (wobei sich schon am 2. Abend sämtliche Laufwerke verabschiedet haben), oder spielen Karten. Eigentlich war immer etwas los und der Gesprächsstoff war unerschöpflich.

2 Antworten auf „Arbeiten auf ’ner Kiwifarm“

  1. Hallo Fabi,
    habe euren Blog mit großem Interesse und auch eure Bleibe angeschaut. Das ganze ist sicher kein 5-Sterne-Hotel, aber ich kann mir vorstellen, dass es doch Spaß macht. Hört sich ein bisschen wie Camping an! Dass einige Bilder dabei waren ist gut, da kann man sich im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild machen, was ihr so tun müsst.
    Wie lange werdet ihr dort noch arbeiten und was habt ihr danach geplant?
    Bei uns gibt es nichts neues, deine Eltern sind selten zu erreichen, sie arbeiten ohne Pause. Also alles wie immer. Und uns geht es wieder ganz gut, haben uns eingelebt. Wenn es nur etwas wärmer und nicht ständig dunkel wäre.
    Also lasst es euch gut gehen und meldet euch mit Bildern wieder!!
    LG senden Oma und Opa

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