Lake Waikaremoana – Unser erster Great Walk

Übernachtet haben wir bei einem DOC Camp an dem Lake Waikaremoana. Jetzt müssen wir uns beeilen, damit wir nicht wieder so spät starten. Also schnell was essen, Rucksack packen und auf zum Startpunkt der 4-Tage-Wanderung. Der Parkplatz ist ziemlich voll, also scheinen wir wohl nicht alleine zu sein. Ein paar sehen wir sogar von ihrem Trip zurückkommen. Wie schon gesagt zieht sich der Track über vier Tage. Pro Tag ist geplant circa 4-6 Stunden zu laufen, je nachdem wie die Steigung, oder das Gefälle ist.

Der Verlauf der Höhe auf dem Walk.
So sieht Motivation aus!

 

Heute am ersten Tag sind die ersten zwei Stunden besonders hart. Es geht 750m nach oben. Das fordert uns ganz schön und wir machen immer mal wieder kleine Pausen. Zudem starten wir erst gegen 12, somit steht uns die Sonne und der Schweiß ständig im Gesicht. Hier verstehen wir aber auch, warum dieser Track zu den Great Walks gehört. Die Aussicht ist einfach verdammt gut.

Die Aussicht war einfach atemberaubend! Aber auch gruselig wie steil es teilweise nach unten ging.

 

Die folgenden zweieinhalb Stunden sind dagegen ein Kinderspiel. Wir laufen zwar immer wieder rauf und runter, aber es ist längst nicht so steil und der Blick auf den See und die Berge ist von hier oben grandios. Bei der Hälfte legen wir auch mal eine größere Pause ein und essen unsere vorgekochten Nudeln 🙂 Mh jaaa die sind leider weniger grandios…

Da braucht man keine Worte für…

 

Und endlich haben wir den ersten Part geschafft! Wir sind an der Panekire Hut angekommen und werden mal wieder freundlich empfangen. Mal wieder nur Australia und Kiwis. Schon lustig, dass man ausgerechnet bei den Wanderungen am seltensten Backpacker trifft. Wir lassen den Rest des Tages ausklingen und machen uns was zu Essen. Am Abend spielen wir noch mit einer Australierin (aufgewachsen in Holland) Karten und gehen früh ins Bett 🙂

Weil alle anderen früh aufstehen, werden wir natürlich auch um 7 Uhr wach. Ist aber vielleicht gar nicht so schlecht, denn so können wir uns viel Zeit lassen auf dem Weg zum nächsten Campingplatz. Wir stärken uns und machen uns um 8:30 Uhr auf den Weg den zweiten Tag anzutreten. Die Szene ist einfach viel zu krass gerade: Wir stecken mitten in einer Wolke und überall sind uhralte geschlungene Bäume (zum Teil kahl) , welche über und über mit Moos bewachsen sind. Es gleicht einem Wunderland.

 

Die Rücksäcke sind schon etwas leichter geworden, weil wir gestern was gegessen haben, der ach so steile Abstieg ist auch nicht so heftig wie wir erwartet haben und zwei Stunden vor dem Korokoro Campsite geht es sowieso nur geradeaus. Wir sind also hoch motiviert.

Warum auch immer da ein Schuh hängt, macht er die ganze gruselig-verwunschene Szene komplett.

Der Weg war ganz okay, aber dennoch anstrengend. Nach dreieinhalb Stunden kommen wir endlich an dem Korokoro Campsite an und treffen auch einen Schweden und eine Slowenierin wieder, denen wir gestern schon begegnet sind. Wir legen erschöpft und glücklich unsere Rucksäcke ab, als wir von ihnen die schlechte Nachricht hören: Es gibt absolut kein Wasser bei dem campsite. Das ist echt verdammt scheiße, denn aufgrund von Gewicht haben wir nur 2 normale 1 Flaschen im Gepäck. Wir können uns so weder was zu Essen machen, noch Trinkwasser für den dritten Tag mitnehmen. Es bleibt uns nichts anderes übrig als zur nächsten Hütte zu laufen. Nun völlig unmotiviert fängt es auch noch an zu regnen.. Nützt aber alles nichts also machen wir uns (mal wieder) auf die Socken. Laut Karte brauchen wir drei Stunden bis zur Marauiti Hut. Trotz alledem ziehen wir unseren Spaß aus der Sache…

Inzwischen schüttet es wie aus Eimern. Eine Familie und ein Pärchen wollen ebenfalls noch zur Marauiti Hut. Das gibt einem wieder Hoffnung wenn man merkt, dass man nicht alleine ist :). Kurz vor dem Ende müssen wir nochmal einen riesen Anstieg bewältigen was uns echt den Rest gibt. Es ist mittlerweile 16 Uhr als wir die Hütte eeeendlich erreichen. Völlig nassgeregbet und geschwitzt ziehen wir uns ersteinmal um und machen uns was zu Essen. Wie immer: Nudeln mit Tomatensauce. Dann spielen wir wieder Karten und unterhalten uns nett mit zwei Neuseeländerinnen. 2h nach uns kommt auch die Familie an und ist komplett platt. Am späten Abend unterhalten wir uns noch mit ihm ein wenig und gehen dann zeitnah schlafen. Die Hütte ist dieses Mal bis zum Rand voll, weshalb wir froh sind überhaupt noch zwei freie Betten zu bekommen, weil wir diese Hütte ja nicht gebucht haben. Die Nacht war sehr durchwachsen. Bei insgesamt 26 Personen ist es einfach, dass mindestens zwei schnarchen und mindestens genauso viele im Schlaf reden.

Tschöö mit ö.

 

Ab 4 Uhr in der Früh stehen die ersten auf und alle halbe Stunde wachen wir wieder auf, bis wir schließlich komplett wach sind und um viertel vor sieben auch aufstehen. Ziemlich zeitgleich mit allen anderen machen wir los zum Endpunkt der Route um die letzte Fähre um 14 Uhr zu erwischen. Der Tag ist sonnig und alle sind gut gelaunt. Irgendwie kommt es uns so vor als wären wir bei einem Crosslauf HAHA. Immer überholen wir welche oder werden überholt. Umso mehr steigt der ansporn als wir plötzlich ganz vorne sind. Bei, der letzten Etappe gibt es nur noch zwei kleinere Berge zu überwinden und den Rest von den 4-5 Stunden geht es geradeaus und entlang des Sees. Sehr schönes letztes Stück! Der Sammelpunkt für das Wasser Taxi kommt früher als erwartet, was uns natürlich nicht stört :P. Jetzt heißt es erstmal warten, weil es erst kurz nach elf Uhr ist. Nach und nach trudeln alle ein und wir nehmen noch ein erfrischendes Bad im see mit den anderen Backpackern. Neben bei nutzen wir nocheinmal ausführlich die Zeit um mit den anderen zu quatsxhen und über weitere Planungen und Erlebnisse bzw. Gott und die Welt zu quatschen. Es war echt ’ne coole Tour, besonders auch, weil wir mehr oder weniger immer mit den gleichen Leuten gelaufen sind. Großartiges Gefühl den Great Walk so als Gruppe geschafft zu haben. Das ,,Water Taxi“ bringt uns zum Auto zurück und entspannt geht es zur nächsten Dusche nach Napier 🙂

PS: Dieser Bolgeintrag ist eigentlich von Anfang Dezember. Durch die Sache mit dem alten  Auto hatten wir kaum Zeit und Nerven uns wirklich um den Blog zu kümmern. Mittlerweile arbeiten wir seit einem Monat auf einer Weinplantage und haben auch schon ein neuen Van (Beiträge dazu folgen noch) 🙂 In einer Woche machen wir uns auf die Südinsel und reisen endlich wieder.

4 Antworten auf „Lake Waikaremoana – Unser erster Great Walk“

  1. Hallo ihr zwei Weltreisende!
    Müsst ihr gegenwärtig noch arbeiten oder könnt ihr euer Leben schon genießen?
    Ich habe auf der gestrigen Geburtstagsfeier deines lieben Bruders diese Frage den Anwesenden auch gestellt, aber keiner wusste so richtig Bescheid. Also strengt euch nochmal an und beschreibt doch bitte genau, wo wir euch finden können. Ich könnte das im Internet relativ genau verfolgen.
    Oma ruft zum Mittagessen und da muss ich meinen Text beenden.

    Herzliche Grüße senden Oma und Opa

    1. Hallo wolfgang,
      Wir haben an Sonntag bei unserer Arbeit gekündigt und sind nun wieder an Reisen. Jetzt gerade sind wir noch in Wellington, aber um 17 Uhr geht unsere Fähre auf die südinsel 🙂
      Ab dann wird es auch erst wieder spannend.

  2. PS Oma ist auch ganz begeistert von eurem tollen Text. Sie gibt euch eine glatte 10. Macht weiter so. Auch die Bilder sind toll gelungen. Da kann man nachvollziehen, wie schön das Land ist.
    PS2 Genießt das Wetter, bei uns ist es nicht so schön. Deine lieben Eltern sind gestern Abend von der Ostsee zurückgekommen. Es waren nur unter Null Grad aber such sonnig.

    Gruß Opa

  3. Habe alles mit großer Freude und Interesse gelesen. Das ist doch ein toller walk den ihr da macht!! Und das es anstrengend ist, will ich dir gern glauben. Nudeln mit Tomatensoße sind auch meine Lieblingsspeise!
    Mit der zeitlichen und örtlichen Einordnung eures Marsches bin ich etwas durcheinander gekommen. Deine letzte Bemerkung hat das noch verstärkt.
    Noch immer fehlt mir noch etwas die Orientierung wo ihr euch genau befindet. Aber Hauptsache ihr wisst es.
    Morgen ist Familientreff zum Geburtstag deines lieben Bruders – wir werden an dich denken.
    Liebe Grüße senden dir Oma und Opa und haltet durch!
    PS

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